Samstag, Februar 12, 2011

Hoi An

Europäischer Charme - Exotik Asiens - verträumte Hafenstadt

Ihr merkt schon an meinen ersten Worten, diese Stadt hat es mir angetan.
Einst wichtiger Handelshafen der Chinesen, später auch für Japaner, Holländer und Inder.

Viele dieser Einflüsse sind noch immer spür- und sichtbar.



Nach unserer Ankunft und einem sehr, sehr leckeren Mittagssnack haben wir einen Einblick in verschiedene Handwerkskünste erhalten.
Seidenherstellung - von den kleinen Larven, die Unmengen an Maulbeerbaumblättern vertilgen, bis sie  sich in den Seidenkokon verpuppen.

Nach 40 Tagen würde ein fertiger Schmetterling schlüpfen, allerdings wird dabei der Kokon und der Seidenfaden zerstört.
Um an den Seidenfaden zu kommen, wird der Kokon in heißes, kochendes Wasser gelegt, wobei die Seidenraupe stirbt.
Aus 15-20 hauchdünner Kokonfäden wird 1 dünner Seidenfaden gesponnen.

Wahre Kunstwerke enstehen in der Seidenstickerei.
Junge Frauen fertigen in Handarbeit mit dünnsten Fäden, in feinsten Farbnuancen, gestickte Seidenbilder. Postkarten dienen als Vorlage, auf dem Stoff nur fein vorgezeichnet, werden die Motive freihand nachgestickt.
Eine Schneiderei durfte natürlich auch nicht fehlen, aus wunderschönen Stoffen und traumhaften Modellen kann man sich in Hoi An Kleidung mass-schneidern lassen.


Die obligatorischen Seidenlampions in schillernden Farben.
Warum hab ich eigentlich keinen mitgenommen ?  Ich konnte mich in der Farbvielfalt nicht entscheiden.

Die Schneider von Hoi An geniesen einen besonders guten Ruf.
In dieser Schneiderei haben wir Stoffe ausgesucht, uns viele Modelle angesehen, uns vermessen lassen, sowie den Preis verhandelt.

Gut 24 Stunden später sollten wir unsere Kleider und Blusen abholen.
Vor Ort, zur ersten Anprobe, musste noch der ein und andere Abnäher geändert und Längen angepasst werden. Alles in allem haben wir etwa 3 Stunden später und gefühlten 100x aus- an- und umziehen die Schneiderei mit passenden Kleidern und Blusen verlassen.

Zur Belohnung für die überstandenen Strapazen haben wir uns was leckeres gegönnt.
dazu noch einen echten Capuccino - der erste nach beinahe 2 Wochen.
Vietnam ist zwar einer der größten Kaffeeproduzenten und Expoteure, doch unterscheidet sich die "Kaffeekultur" sehr von unserer.

Ein weiteres kulinarisches "Highlight" war der Keo Keo.
Ähnlich weißem Nougat, in der Mitte mit Erdnüssen, pappig und süß
In der Kiste auf seinem Fahrrad ist ein großer Klumpen dieser Masse, die er von Hand in einen dünnen Strang zieht, mit einer Schere abschneidet und mit einem Stück beschriebenen Karopapier umwickelt verkauft. Ob auf dem Papier die Adresse seines Geschäfts stand oder es Schulhefte seiner Kinder waren, konnten wir nicht in Erfahrung bringen ;-)

Wie überall, gibt es natürlich auch in Hoi An einen Markt.
Wieder sind wir durch die Markthallen und über die Freiflächen gelaufen, haben beim kaufen, verkaufen, handeln und feilschen zugesehen und zugehört, wenn auch nix verstanden.


Die Auswahl an Obst, Gemüse, Salat und Kräutern ist überwältigend.
Frische Kräuter spielen eine sehr große Rolle in der vietnamesischen Küche.
Zu vielen Speisen werden separat Kräuter angeboten, mit denen man die eigene Suppe noch verfeinert oder Frühlingsrollen füllt.
Zum Thema Essen muss ich überhaupt noch mehr erzählen.
Wir haben nahezu immer hervorragend gegessen, wo es möglich war, haben wir versucht, lokale Spezialitäten zu probieren.
Wie auch bei uns, gibt es regionale Unterschiede in den Vorlieben und der Zubereitung.

Spätestens in Hoi An hab ich mich endgültig ins vietnamesische Essen verliebt.
Unbedingt zu empfehlen ist der "Cargo Club & Hoi An Patisserie", hier hab ich den besten Tintenfisch und "grünen Mangosalat" gegessen. Auch der Schokokuchen, Bild weiter oben, ist von hier.

Morgen kommt Teil 2 zu Hoi An, dann gehts auch nach My Son, einer Tempelanlagen der Cham-Kultur

...und nun mach ich mich fertig zum ausgehen, wir sind zu einem Geburtstag eingeladen
Euch allen, einen wunderschönen Samstag Abend

Herzengrüße sendet Maria

Kommentare:

  1. Liebe Maria,
    endlich komme ich mal dazu, bei dir zu kommentieren - ich hatte eine schreckliche letzte Woche und hoffe auf eine bessere nächste :o)
    Deine Reiseberichte sind immerhöchst interessant, und die Seidenproduktion ist einfach etwas ganz einzigartiges faszinierendes. Im Studium haben wir das gelernt, habe es leider noch nie in natura gesehen. Vielen Dank für die eindrucksvollen Impressionen!
    Bis denn,
    herzlichst
    Gabi

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  2. Liebe Maria ,
    daß war wieder ein gaaaanz toller Bericht von Deiner Reise ! Besonders faszinierend fand ich die Seidenstickerei . Man kann sich gar nicht vorstellen wenn man bei uns Lebensmittel wie z.B. Fisch auf der Straße verkaufen würde ... aber wunderschön anzuschauen ! Ein großes Lob an Dich wie Du immer alles soooo toll wieder gibst !!!
    Viel Spass heute Abend !!!!
    Liebe Grüße Diana

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  3. Servus Maria!
    Mei des is sche daß du uns immer auf deine Reise mitnimmst... du erzählst des so super da moant ma glei ma is mittendrin und live dabei;-)) I war ja sch beim Viatnamesen essen... aber i glaub des hat mir der original vietnamesischen Küche net viel gemmeinsam oder?!? Auf jeden Fall gfrei i mi scho auf deine nächsten Schilderungen und Fotos.
    Vui Spaß auf der Geburtstagsfeier und an schönen Sonntag wünscht dir dei Stadthexerl Ursula

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