Einige haben es gelesen in meiner Wunsch-to-do Liste für 2012 steht, dass ich einmal im Monat Brot backen möchte.
Warum? Ich bin mit selbstgebackenen Brot aufgewachsen und in letzter Zeit hab ich immer wieder Probleme, wenn ich "Industriebrot" esse. Um die Messlatte nicht zu hoch zu legen, ist mein Ziel dieses Jahr 12 Brote selbst zu backen, wenn es mehr werden, auch gut. Das Vorhaben ist zudem ziemlich zeitintensiv und das ist auch ein Grund, warum ich es zumindest vorerst nur einmal im Monat Brot backen möchte.
So ganz selbstgebacken ist mein Januarbrot jedoch nicht, ich war eingeladen und durfte beim Brotbacken helfen - ich hoffe Ihr entschuldigt das dieses Mal noch.
Als ich gestern um 9Uhr morgen angekommen bin, war der Teig schon fertig und hat schon auf mich gewartet. Die Vorbereitungen hierzu haben schon am Tag zuvor begonnen, wenn das Mehl gemischt wird, die Stube wird die ganze Nacht geheizt, damit es nicht zu kalt ist. Früh am morgen wurde dann die Hefe angesetzt, zuerst mit ein wenig Mehl gemischt, gehen lassen, dann mit dem restlichen Mehl unterkneten, wieder gehen lassen. Wenn der Teig dann endlich ganz fertig ist, geht es zum ersten Mal schnell.

Die Bäurin reisst den Teig portionsweise auseinander und formt auf dem bemehlten Holzplanken mit geübten Handgriffen einen Laib nach dem anderen. Meine Hände versuchen auch aus einem Teigbatzen ein Brot zu formen. Na ja, das braucht noch üben. Mal hab ich zuviel, dann zuwenig Mehl an den Händen. Entweder drück ich zu fest oder ich roll den Teig über das halbe Brett. Meine Lehrerin macht das halt schon ihr Leben lang, da sitzt jeder Handgriff. Immerhin schaffe ich 4 Laibe zu formen und mach dann erst mal Bilder, damit ich Euch zeigen kann, dass die Geschichte nicht erfunden ist.
45 Laib Brot werden geformt, dann gepickst, gestochen, geschnitten und gewaschen. Auf meine Frage, warum das alles gemacht wird, bekomm ich die Antwort, das hat meine Mutter schon so gemacht, dass hab ich so übernommen - Tradition
Das Ganze hat gerade mal eine gute Stunde gedauert.
Gebacken wird im hofeigenen, mehr als 100 Jahre alten Backhaus.
Schon seit Stunden haben darin die Holzscheite gebrannt, jetzt ist nur Glut und Asche übrig, diese muss nun aus dem Backofen. Sie wird ausgekehrt und dann die Hitze geprüft.
Nun gehts schnell, die nackten, glänzenden Laibe werden von der warmen Stube ins Backhaus getragen und dann schnell in den Backofen eingeschossen. Die Öffnung wird verschlossen und dann heißt es warten.
Nach gut zwei Stunden wird die Luke geöffnet und es entströmt warmer Brotduft. 45 gold braun gebackene Brote schauen mir entgegen. Ich darf ein schnelles Bild machen und schon gehts wieder wie am Fließband weiter. Die Brote werden nochmal mit ein wenig Wasser eingerieben, nochmal kurz in den Ofen zum trocknen und schon sind sie fertig und raus aus dem Ofen.
Weil ich neugierig bin, bekomme ich das erste Brot sofort angeschnitten, es dampft noch ganz leicht, duftet unwahrscheinlich und schmeckt unglaublich unbeschreiblich gut.
Meine selbstgeformten Brote darf ich mitnehmen, genauso die Tips und Kniffe, die mir in den nächsten Monaten beim Brotbacken helfen sollen.
Zu Hause hat sich mein Schatz schon auf das frische Brot gefreut und so besteht das Abendessen aus frisch gebackenen Brot, Butter und Geräucherten - einfach, aber gut.
Liebe Grüße und einen wundervollen Sonntag
Maria